Als ich auf Instagram über das Profil von Arne Dessaul „gestolpert“ bin, habe ich mir direkt seine Webseite angeschaut und war gleich angetan von seinen Romanen, die Grundthemen haben mich direkt angesprochen. Er suchte aktuell Rezensenten und so habe ich mich bei ihm gemeldet.
Bekommen habe ich, auf seine Empfehlung den Roman „Ewige Schuld“.

Zonenrandgebiet 1974 – ein düsteres Dorfgeheimnis, eine verhängnisvolle Liebschaft und die erste große Liebe
„Hätte ich geahnt, was meine Fragen auslösen, hätte ich die Finger davongelassen.“
Eine tiefe Schuld, auch wenn wir sie nicht bewusst auf uns laden, verfolgt uns ein Leben lang. Wenn wir sie endlich tilgen wollen, machen wir es oft nur noch schlimmer. So ergeht es Fritz Tiedemann.
Fritz bewegt sich zwischen den Welten. Als Einziger aus seinem Dorf geht er aufs Gymnasium in Wolfenbüttel und macht sich damit selbst zum Außenseiter. Als er und seine Mitschülerin Freda sich kurz vor dem Abitur näherkommen, beginnt für ihn ein neues Leben.
Nicht zuletzt wegen Freda wühlt er tief in der Nazi-Vergangenheit seines Heimatdorfes und lüftet ein düsteres Geheimnis.
Als ihn dann Elke, die Verlobte seines besten Freundes Helmut, verführt, gerät Fritz in einen gefährlichen Strudel, aus dem es kein Entrinnen gibt …
Vor allem ahnt Fritz nicht, welche Tragödien er auslöst. Das ganze Ausmaß erschließt sich ihm erst mehr als vierzig Jahre später.
Ein Gesellschaftsroman um Vergangenheit, Vergeltung und Schuld – voller Tragik, Spannung und großen Emotionen!
Mich hat das Thema direkt angesprochen, denn ich war auch in den 70er Jahren in der ehemaligen DDR. Ich war noch Kind und auf Familienbesuch. Mein Vater ist 1947 mit meiner Oma und Tante von Rostock nach Marl geflüchtet und seine beiden Brüder sind im Osten geblieben. Wer ein wenig mehr zu meiner Familiengeschichte erfahren möchte, kann einfach hier auf meinem Blog schauen, das habe ich einige Mal geschrieben.
Aber zurück zum Roman.
Der Roman ist richtig spannend, denn mich hat die Geschichte um den Osten, das Zonenrandgebiet und das Leben dort immer interessiert, eben aufgrund der Verwandtschaft in Rostock.
Der Titel „Ewige Schuld“ ist gut gewählt, denn in dem Roman geht es auch um Schuld, Geheimnisse, Entscheidungen, die einmal getroffen sind und auch nicht mehr geändert werden können. Es geht zurück in die Geschichte Deutschlands, denn wie wir wissen, war es absolut keine rühmliche Zeit.
Erzählt wird aus der Perspektive von Fritz Tiedermann und in der Ich-Perspektive.
Es beginnt im Jahr 1974, in dem u.a. Deutschland zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister wurde. Wir nehmen an seinem Leben teil, erleben die Schulzeit, Feiern und die Liebe mit. Und das alles überwiegend in der Stadt Winnigstedt, eine Stadt im Zonenrandgebiet.
Im letzten Drittel sind 40 Jahre vergangen und Fritz setzt sich mit seiner Vergangenheit auseinander.
Arne erinnert an die geschichtlichen Dinge, die in den 70er Jahren passiert sind und seine Leidenschaft zum Fußball kommt auch nicht zu kurz. Der Roman lässt sich sehr gut lesen und mir gefällt der Schreibstil von Arne sehr gut.
Er regt auch zum Nachdenken an, was nicht nur auf das bezogen ist, was die 70er Jahre geprägt hat, nicht immer Gutes, denn auch viel Politisches ist in dieser Zeit passiert.
Durch den Roman zieht sich eine Playlist mit Textzeile von Songs wie der Beatles, Abba und Reinhard Mey. Nicht unbedingt meine Musik, aber ich kenne die meisten natürlich.
Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen und fand den Roman sehr spannend, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht.
Von mir eine absolute Empfehlung, wer ein bisschen in die Geschichte eintauchen möchte, Spannung sucht und sich zum Nachdenken anregen lasen möchte.
Print Ausgabe: 296 Seiten
Herausgeber: MAXIMUM Verlag
Erscheinungstermin: 19. August 2024
EBook: Dateigröße 1.0 MB
Erscheinungstermin: 19. August 2024
Mehr zu Arne und seinen Büchern gibt es auf seiner Webseite.
[Enthält Testprodukt(e) und /oder Werbung] Offenlegung:
Diesen Roman habe ich als Rezensionsexemplar bekommen. Vielen Dank.



