Vom Saulus zum Paulus – eine Autobiografie von Helmut Feldmann

Vom Saulus zum Paulus – eine Autobiografie von Helmut Feldmann

24. August 2020 Aus Von Anja

Ich durfte die sehr beeindruckende Autobiografie von Helmut Feldmann schon vor erscheinen lesen und mich hat sie ziemlich berührt. In zwei Tagen hatte ich das Buch bzw. für mich noch als PDF auf meinem Tablet, durch.
Die Autobiografie beginnt mit der Geburt 1946 in Teufelsmoor in Niedersachesen und endet im April diesen Jahres. Die ersten Jahre waren sehr hart für ihn, dann ging es aufwärts, er hat den Dreh bekommen, wie man so schön sagt. Darauf kann er mächtig stolz sein.

Mein Leben vom Saulus zum Paulus – Eine (fast) unglaubliche Autobiographie
Helmut Feldmann – Klaus Belz

Diesmal nur als Bild, da das Buch erst im September im Verlag tredition GmbH, Hamburg erscheint.

Ich habe Herrn Feldmann im Oktober letzten Jahres kennengelernt. Seit kurzem war ich als freiberufliche Redakteurin beim „Stadtspiegel“ und wurde gefragt, ob ich mir das zutraue über das Thema Sterbehilfe mit ihm zu sprechen und darüber einen Bericht für die Zeitung zu schreiben. Die Redakteurin, die schon früher darüber geschrieben hat, war verhindert.
Nach kurzem Überlegen habe ich zugesagt, denn ich erinnerte mich, dass ich in der Schule schon einmal über Sterbehilfe gehört habe und auch dort einen Film über Elisabeth Kübler-Ross gesehen hatte, die ich für Sterbehilfe eingesetzt hat. Ein schweres aber wichtiges Thema und ich habe mich darauf eingelassen.

Schon bei unserem ersten Treffen hat mir Herr Feldmann sehr viel erzählt und ich war beeindruckt, was er in seinem Leben alles erreicht hat und natürlich den unermüdlichen Einsatz für die Sterbehilfe und die Aufhebung des umstrittenen §217 StGB „Geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung“ über 4 Jahre.
Wer die Medien verfolgt hat, weiß, dass am 26. Februar dieses Jahres der §217 gekippt wurde.

Nach diesem ersten Gespräch und Bericht im „Stadtspiegel“ folgten weitere und in einem erzählte mit Herr Feldmann, das er schon seit 2,5 Jahren an seiner Autobiografie schreibt. Er würde sich freuen, wenn ich sie lesen würde, ich soll aber nicht zu geschockt sein über sein Leben, vor allem das frühere. Einiges hat er mir schon erzählt und ich dachte „Wow …. Heftig“, angefangen mit einer eigentlich gar keinen Kindheit, keine Liebe, über Alkohol, Drogen ……

Für Herrn Feldmann war das aufschreiben seines Lebens eine Art Selbsttherapie, darin steckt seine Lebensphilosophie und sein Herzblut.

Zitat aus meinem Lokalkompass-Bericht zu seinem Buch:

„Ich möchte mit diesem Buch Menschen allen Alters sagen, dass man sein Leben ändern kann, wenn man es nur will. Auch mit einer verkorksten Jugend hat man immer die Möglichkeiten sich zu ändern“, so Helmut Feldmann, „Die Labilität läßt sich in Stabilität verändern, das ist eine Willenssache, die jeder selber aufbauen kann“.
Ihm ist es wichtig, die Menschen zu erreichen, ihnen Mut zu machen und das es aus dem „Unten“ einen Ausweg gibt. Seine Geschichte soll eine Art Anregung für andere sein, sich zu ändern und über sein Leben nachzudenken.
Heute ist er stolz auf das, was er erreicht hat, nicht nur auf den langen Kampf vor dem Bundesverfassungsgericht zur Sterbehilfe.

Für mich, die wohlbehütet aufgewachsen ist und eine sehr schöne Kindheit und auch tolle Eltern und Familie hat (ok, es gibt auch einige wenige Ausnahmen, die ich auch schon mal in einigen Blogberichten zum Thema „ehemalige DDR“ und Mauerfall erwähnt habe) schwer nachzuvollziehen. Ich finde es immer sehr traurig, wenn Menschen viel durchmachen müssen.
Herr Feldmann ist einer von diesem Menschen, die unendlich viel durchgemacht haben und mussten, aber er hat es geschafft. Sich ein / sein Leben aufzubauen, in dem es zwar immer wieder Tiefschläge gab, auch mit seiner Lungenkrankheit COPD aber trotz allem ist er sicher nicht nur für mich ein positiver Mensch, der auf seinen Fehler sehr viel gelernt hat und sich stark macht – für sich selber und auch andere Menschen.

Ich bin sehr stolz, dass im Vorwort einige Sätze aus meinem Bericht im „Stadtspiegel“ stehen, Herrn Belz, der nach Erzählungen diese Autobiografie aufgeschrieben hat, hat mein Bericht gut gefallen und er hat mich gefragt, ob er davon Auszüge verwenden darf.

Ich kann euch das Buch nur nahelegen, es ist, wie ich schon erwähnt habe, einfach nur beeindruckend, teilweise auch hart, aber auf jeden Fall ein Mutmacher.

Hinweis:
Meine Berichte im Stadtspiegel sind auf bei mir auf Lokalkompass zu lesen.