Extraschicht 2013 Zeche Hannover, Bochum

Am 6. Juli war es wieder soweit, die 13. ExtraSchicht hat eingeladen durch ehemalige Industrieanlagen, Hochöfen, Zechen und Werkshallen zu stöbern und an tollen und außergewöhnlichen Events teilzunehmen. Wir waren auch dieses Jahr wieder mit dabei und waren uns recht schnell einig, das Zeche Ewald in Herten auf unserer Tour mit dabei sein musste. Auf dem Pressetermin haben wir von den Aktionen erfahren die waren gleich begeistert. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir waren nicht enttäuscht.

Geplant war eigentlich der Abwasserkanal Emscher 51/52 in Gelsenkirchen, dann zum LWL-Industriemuseum Henrichshütte nach Hattingen, wo u.a. Taiko-Trommler Show gemacht haben und vieles mehr, zuletzt wollten wir dann zur Zeche Ewald nach Herten. Aber es kam dann doch anders …

Los ging es für mich um 16.37 Uhr mit dem Bus nach Recklinghausen, dort habe ich dann Angelika, Annalena und Martin getroffen und wir sind um 17.18 Uhr mit dem Zug nach Gelsenkirchen gefahren.

Am Bahnhof angekommen und zu der Busplatte hoch wurden wir gleich erschlagen, zum einen von der Wärme und zum anderen von den Menschenmassen.

Eigentlich wollten wir zum Abwasserkanal Emscher, wo extra für 96 Stunden die Arbeiten unterbrochen wurden, damit die Gelegenheit war 350 m durch ein Kanalstück in 25 m Tiefe zu laufen. Schon beim Warten hat eine Info die Runde gemacht, das dort schon massig Wartezeiten sind. Mehrere überfüllte Busse sind auch an uns vorbei gefahren, das Gedrängel war echt heftig.

Da haben wir dann das erste Mal umdisponiert und uns entschieden zur Zeche Hannover nach Bochum zu fahren.

Ich teile meinen Artikel wieder auf, es wird sonst zu viel auch mit den Fotos. Insgesamt habe ich alleine um die 300 Foto gemacht, wir tauschen aber natürlich noch untereinander aus. Da ich nach langer Überlegung doch nur meine kleine Kodak Slice mitgenommen habe, sind meine Nachtbilder vom Feuerwerk nicht alle so toll geworden wie ich gehofft hatte. Da vertraue ich dann ganz auf Martin, der seine Spiegelreflexkamera + Objektiv mit hatte.

Die Zeche Hannover, die sich mitten in einem Wohngebiet befindet wurde 1870 in Betrieb genommen und 1973 als letzte Zeche in Bochum stillgelegt, seit einigen Jahren ist sie Teil des LWL (Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur). Hier finden wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen statt, wie z.B. alle 2 Jahre das Dampf-Festival-Ruhr, das dieses Jahr im Mai stattgefunden hat.

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Für die kleinen Besucher gibt es das Kinderbergwerk Zeche Knirps mit Stollen, Förderanlage und hölzernem Malakowturm.

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Direkt ins Auge fällt der riesige Malakowturm aus dem Jahr 1857. Von hier aus sind die Bergleute in den 750 Meter tiefen Schacht eingefahren um die Kohle zu fördern. Auch die Zeche Ewald in Herten hatte einen Malakowturm in Betrieb neben Fördertürmen. In die Förderkörbe „passten“ bis zu 17 Männer und die Fahrt dauerte 5 Minuten, waren Loren in dem Förerkorb, so waren sie 5 Sekunden unterwegs. Der Große Förderkorb ist übrigens ein 3-teiliger, hier mussten Korbweise die Männer auf den einzelnen Sohlen aussteigen, die ganz unten drin waren, mussten am längsten warten und wurden erstmal in Warteposition weiter unten geparkt.  Die Körbe gibt es natürlich heute noch in aktiven Zechen.

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In der angrenzenden riesigen Maschinenhalle ist die Dampffördermaschine aus dem Jahr 1893 zu entdecken, Entwickelt vom Direktor dieser Zeche Carl Friedrich Koepe, über den man in der Maschinenhalle auch einige Infos bekommt. Diese Fördermaschinen sind als Antriebmaschinen für die Förderkörbe und Fördergefäße eingesetzt worden.

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Übrigens diese Fördermaschine auf Zeche Hannover ist das älteste Exemplar, welches im Ruhrgebiet noch am Originalstandort erhalten ist. Bei Schauvorführungen wird Maschine, heute natürlich elektrisch, in Betreib gesetzt, wir hatten auch das Glück durch eine Führung sie in Betrieb zu sehen. Schon beeindruckend.

Zur Erklärung: Malakowturm ist die Bezeichnung für Schachttürme im Bergbau (vorwiegend Steinkohle-, Erz- und Kalisalzbergbau), die überwiegend  in den 1850er bis 1870er Jahren errichtet wurde, vereinzelt noch bis Ende des 19. Jahrhundert. Diese Türme sind massive Fördertürme aus Mauerwerk, die an eine Festung erinnern. Der Name geht zurück auf einen Teil der russischen Festungsanlage vor Sewastopol, dem Fort Malakow (ursprünglich: Maláchow).

Zur Extraschicht wurde hier neben Musik und Führungen in den Malakowturm auch Comedy-Show angeboten und ein Bierkenner-Wettbewerb. Abends, bzw. im Dunkeln gab es dann Illuminationen.

Von hier aus haben wir dann überlegt wohin es weiter gehen sollte und was auch einigermaßen erreichbar ist, da wir ja um spätestens um 23 Uhr in Herten sein wollten. So haben wir uns entschieden nach Recklinghausen zum Umspannwerk zu fahren.